Religion

Wenn Kinder in den Kindergarten kommen, so bringen sie ihre Religion, ihren Glauben, all` ihre Fragen und Hoffnungen mit.

Bei uns geht es um das Entdecken der Welt und um das Begegnen mit dem Umfeld über die Familie hinaus. Zu dieser Welt der Kinder gehört auch Religion; Religionen sind präsent, Kinder erleben Religiosität bei den anderen Kindern und in der Einrichtung. Religion ist zugleich ein Antwortpotential für viele Fragen der Kinder und religiöse Formen und Symbole können die Räume und Tagesgestaltung im Kindergarten bestimmen.

Dabei geht es durch die Herkunft und Bindung der Kinder und ihrer Eltern um interreligiöse Offenheit sowie interreligiöse Kompetenz bei Erzieherinnen und Erziehern, Heilerziehungspflegerinnen, Heilerziehungspfleger und bei uns im Bildungshaus. Notwendig ist die Bereitschaft zur Annäherung an kulturell und religiös Neues und ein sensibles Hineinversetzen in die Sichtweise verschiedener Religionen sowie einen angemessenen Umgang mit bleibender Differenz.

Es gilt die Grundthese: „Jedes Kind hat ein Recht auf Religion und jedes Kind hat ein Recht auf eigene Religion“

im Sinne von Beheimatung und Begegnung mit dem Ziel der Wahrnehmung von Wertsetzungen und entsprechendem Gestalten und Verhalten.

Nach Friedrich Schweitzer haben fünf Fragen für die religiöse Menschwerdung besondere

Bedeutung:

- Die Frage nach mir selbst; Wer bin ich und wer darf ich sein?

- Die Frage nach dem Sinn des Ganzen: Warum musst du sterben?

- Die Frage nach Gott: Wo finde ich Schutz und Geborgenheit?

- Die Frage nach dem Grund ethischen Handelns: Warum soll ich andere gerecht

behandeln?

- Die Frage nach der Religion der anderen: Warum glauben manche Kinder an Allah?

Auf diese Fragen muss altersgemäß eingegangen werden. Der Bezug zum Alltag und zum eigenen Erleben bietet sich auch hier als Anknüpfungspunkt an. Feste mit religiösem Hintergrund – und diesen haben die meisten Feste – bieten sich hier an , die Feste der eigenen Religion und Kultur ebenso wie die der jeweils anderen: Wie feiern wir/feiert ihr Weihnachten oder das Opferfest, warum wird das Fest gefeiert, wie ist es entstanden, welche Beziehung haben die Menschen, die es feiern, dazu?

Damit ist die religiöse Erziehung in unserer Kindertagesstätte ein besonderer Beitrag zur Orientierung an Werten, die Verhalten und Handeln der Kinder bestimmen, die sie ihre Rolle in der Familie und Gruppe und schließlich in der Gesellschaft finden lassen.

Nach dem heutigen Verständnis frühkindlicher Erziehung ist es unsere Aufgabe den Bezug zu Werten zu berücksichtigen.

Die Ausbildung und Fortbildung der Erzieherinnen und Erzieher / Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger muss besonderen Wert auf Fragen interkultureller Erziehung legen, dazu gehört auch eine Einführung in die Religionen, deren Anhänger hier unser Bildungshaus besuchen. Interreligiöse Kompetenz muss erworben werden. Auf diese veränderte Situation stellen wir uns ein.

Eine eindeutige religiöse Orientierung beinhaltet auch eine interreligiöse Offenheit, zu der ein respektvoller Umgang mit Symbolen der eigenen und anderer Religionen gehört. Gleichzeitig muss neben einer intensiven Elternarbeit, die die Herkunft, Vorstellungen und Bindungen der Eltern berücksichtigt , der Kontakt zu den Religionsgemeinschaften am Ort gepflegt werden.

Wir haben ein additives zusätzliches frei wählbares religionspädagogisches Angebot für alle Kinder im Vorschulalter.